Vertrauensschaden – Wenn Grenzen überschritten werden
Wirtschaftskriminalität nimmt zu
Die Klage ist häufig zu hören: Der allgemeine Werteverfall schreitet unaufhaltsam voran, Loyalitäten gegenüber Mitarbeitern, Vorgesetzten und der eigenen Firma spielen eine immer geringere Rolle. Vertrauen und die Bedeutung von Anstandsregeln schwinden. Hinzu kommt der immer schärfere Wettbewerb zwischen Unternehmen als auch zwischen den Mitarbeitern.
Eine aktuelle Studie von KPMG aus dem Jahr 2011 hat ergeben, dass die Bedrohung durch Wirtschaftsspionage und Datendiebstahl in den kommenden Jahren zunehmen wird und die Unternehmen vor immer größere Probleme stellt. Aktuelle Schätzungen ergeben, dass durch Datendiebstahl allein in Deutschland ein jährlicher Schaden von über 20 Milliarden Euro entsteht. Gleichzeitig fühlt sich die Mehrheit der Betriebe vor Attacken gefeit.
Das größte Gefahrenpotenzial lauert allerdings – so die Erfahrung der betroffenen Unternehmen – in der eigenen Belegschaft. Hauptmotive der Mitarbeiter-Täter sind die persönliche Bereicherung und Racheabsichten. Auch Wettbewerbsvorteile spielen eine Rolle, zum Beispiel, wenn sich Mitarbeiter mit den Kundendaten oder anderem Know-how ihrer Arbeitgeber als deren Konkurrenten selbstständig machen.
Bei einer Differenzierung der Schäden nach Branchen trägt der Handel die größte Last vor der Dienstleistungsbranche, dem verarbeitenden Gewerbe und dem Bau. Handel und Dienstleistungen sind, gemessen an ihrem Anteil am Umsatz der deutschen Wirtschaft, übermäßig hoch betroffen. Die durchschnittliche Schadenhöhe von 42.000 Euro kann ein Unternehmen schon empfindlich treffen.
Gegen die Folgen und Risiken von Wirtschaftskriminalität kann sich das Unternehmen unter anderem mit der Vertrauensschadenversicherung absichern.
Ein Umstand der offenbar noch nicht weit verbreitet bekannt ist. Anders lässt sich nicht erklären, dass laut der aktuellen Studie der Schutz der Unternehmen in diesem Bereich noch unzureichend ist.
