Verkehrssicherheit

Weniger Verunglückte dank Warnwesten

Fast zwei Drittel der Kraftfahrer in Deutschland sind Warnwesten-Muffel. Ein Umdenken könnte die Verkehrssicherheit deutlich erhöhen, wie Erfahrungen im Nachbarland Österreich zeigen.

Über 61 Prozent der Autofahrer zieht nach einer Panne auf der Autobahn keine Warnweste an. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt eine Zufallsumfrage der GDV Dienstleistungs-GmbH, die in Hamburg die Notrufzentrale der deutschen Autoversicherer betreibt. Zu Beginn der Winterzeit wurden 197 Autofahrer befragt, die über die Autobahn-Notrufsäulen eine Panne meldeten. Nur 76 von ihnen gaben dabei an, eine Warnweste zu tragen, 120 verzichteten dagegen auf die reflektierenden Westen. Bedenklich: In den Abend- und Morgenstunden zwischen 18 und sechs Uhr war die Anzahl derer, die keine Warnweste trugen, mit 64 Prozent noch geringer als im Tagesdurchschnitt.
Nicht nur gute Sicht, auch gute Sichtbarkeit sind in Herbst und Winter im Straßenverkehr besonders wichtig. Ohne Warnwesten bleiben Fahrer und Beifahrer am Straßenrand oft nahezu unsichtbar. Der folgerichtige Rat: Warnwesten sollten deshalb immer schon beim Verlassen des Fahrzeuges getragen werden.

Die Zahl der Unfälle ging um 39 Prozent zurück

Wie sich das Tragen von Warnwesten auf die Verkehrssicherheit auswirkt, zeigen Datenerhebungen der Statistik Austria aus Österreich. Demnach ist auf den dortigen Autobahnen in den drei Jahren nach Einführung der Warnwestenpflicht, im Jahr 2005, die Zahl der Unfälle mit Fußgängern oder haltenden Fahrzeugen um 39 Prozent zurückgegangen; die Zahl der Verunglückten nahm sogar um mehr als die Hälfte ab.

Übrigens: Autobesitzer sollten beim Kauf von Warnwesten darauf achten, dass diese Sicherheitsprodukte die Anforderungen nach DIN-Norm EN 471 erfüllen und das europäische CE-Zeichen tragen.