Die ersten Sommergewitter haben auch in diesem Jahr bereits zu erheblichen Schadenfällen durch Blitzeinschläge geführt. Die Gefahr eines Brandausbruchs lässt sich durch betriebliche Schutzkonzepte frühzeitig verringern, auch hinsichtlich des Risikos einer Betriebsunterbrechung.

Bundesweit werden nach Angaben des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft durchschnittlich etwa 2,0 Millionen elektrostatischer Entladungen pro Jahr registriert, die sich dann vielfach in gefährlichen Blitzen auf der Erdoberfläche entladen. Auch wenn Blitzhäufigkeiten regional sehr unterschiedlich sind, zeigt sich, dass diese Naturereignisse flächendeckend Betriebe in Deutschland heimsuchen und somit für jedes große wie mittelständische Unternehmen eine Gefährdung darstellen.

Brandausbruch durch Blitzeinschlag
Unerwartet, aber heftig waren die Folgen für ein mittelständisches Unternehmen: Während eines Gewitters entlud sich mitten in der Nacht ein Blitz und schlug in das Kühlaggregat eines Transporters ein, der auf dem Betriebsgelände des Dienstleisters stand. Dadurch entzündete sich ein Feuer. Durch ungünstige Windverhältnisse griffen die Flammen schnell auf weitere Fahrzeuge und angrenzende Gebäude über. Der Fuhrpark und ein Teil der Lagervorräte wurden vernichtet. Entstandener Sachschaden für die Feuerversicherung: rund 700.000 Euro.

Die Schäden infolge direkter Blitzeinschläge sind obligatorischer Bestandteil der Feuer-Sachversicherungsdeckung. Dies gilt gleichermaßen für den entfachten Folgebrand. „Die Folgekosten zur Vermeidung von drohenden Lieferausfällen, wie auch die aus etwaigen Umsatzeinbußen resultierenden Deckungsbeitragsverluste sind durch die für das Unternehmen bestehende Feuer-Betriebsunterbrechungsversicherung abgedeckt“, betont Gerhard Hübner, Schadenexperte bei HDI-Gerling Industrie.

Schutzkonzepte gegen Blitzgefahren
„Im Rahmen von betrieblichen Schutzkonzepten lässt sich die Gefahr eines Brandausbruchs auf dem Betriebsgelände begrenzen“, sagt Ralf Ridder, Experte bei der HDI-Gerling Sicherheitstechnik. Beim „äußeren Blitzschutz“ geht es vereinfacht ausgedrückt darum, die betreffenden Gebäude mit einem „Schutzmantel“ zu umgeben. Denn Blitze bevorzugen herausragende Einschlagspunkte, weshalb Fangstangen und Maschennetze an den Bauten installiert werden, um einschlagende Blitze auf kürzestem Weg in die im Erdreich befindlichen Erdungsanlagen abzuleiten. Da mit jedem Blitzeinschlag eine Erhöhung des Erdpotenzials einhergeht, die in der Regel die Spannungsfestigkeit der meisten elektrischen Komponenten um ein Vielfaches überschreitet, sind Maßnahmen zu ergreifen, die diese Überspannungen begrenzen. Im Rahmen des „inneren Blitzschutzes“ werden daher die in den Gebäuden befindlichen elektrischen Anlagen zusätzlich gegen Überspannungschäden geschützt.

Blitze können Stromstärken von mehreren 100.000 Ampere erreichen
Trotz vermeintlich verlässlicher Sicherungseinrichtungen musste kürzlich ein Kraftwerksbetreiber in Nord-Westdeutschland vor den Naturgewalten kapitulieren. Dortige Anlagen wurden durch einen Blitzeinschlag von der Wirkung des elektrischen Stromes so stark getroffen, dass trotz Schutzabschaltung des Kraftwerks wichtige Teile der elektrotechnischen Einrichtung beschädigt wurden. Laut Messungen der Blitzortungssysteme lagen die dabei freigesetzten Ströme deutlich oberhalb des Blitzstromes, für den die Blitzschutzanlagen ausgelegt waren. Die Folge war ein mehrwöchiger Kraftwerksausfall.

„Auf der Basis unserer langjährigen Schadenerfahrungen unterstützen wir Betriebe bei der Entwicklung und Umsetzung von betrieblichen Schutzkonzepten“, sagt Ralph Olböter, Sachversicherungsexperte bei HDI-Gerling Industrie. Nur so lässt sich beides erreichen: eine Begrenzung der betrieblichen Risiken und eine finanzielle Absicherung im Schadenfall – der im Zuge extremer Wetterereignisse nie ausgeschlossen werden kann.